Swisstherme Academy

Für die Zukunft sollte eine Basis geschaffen werden, um den Thermalismus als solches einheitlich in der Schweiz entwicklen zu können.

Definition Thermalbad

Ein Thermalbad (auch kurz Therme genannt) ist eine Badeanlage, deren mineralstoffhaltiges Wasser mit einer natürlichen Wassertemperatur von mindestens 20 Grad Celsius einer Thermalquelle entspringt. Dieses warme Quellwasser dringt meist aus einer Tiefe von mehreren tausend Metern an die Oberfläche. Das Thermalwasser wirkt entspannend auf die Muskulatur und lindert mit seinen mineralischen Bestandteilen chronische Erkrankungen der Gelenke, aber auch Rheuma oder Allergien. Thermalwasser Wasser aus Thermalquellen wird Thermalwasser genannt. Es enthält meist zahlreiche Salze (z.B Kochsalz), schwefelhaltige Verbindungen (z.B. Schwefelwasserstoff), oft auch Kohlensäure und in manchen Fällen radioaktive Bestandteile. Thermalquellen gehören zu den hydrothermalen Quellen. Aufgrund der hohen Temperaturen und ihres Anteils an besonderen gelösten und nichtgelösten Bestandteilen haben Thermalquellen oft eine positive Wirkung auf den Organismus bei Bade- und/oder Trinkanwendungen. Badeanwendung Badende im Aachener Thermalwasser der Carolus TermenOffen zutage tretende, natürliche Thermalquellen werden schon seit Jahrtausenden für Bade- und Heilzwecke genutzt (Balneotherapie). Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. sind antike Badeeinrichtungen zur Nutzung von Thermalquellen nachweisbar. Im Altertum entwickelte sich unter den Römern eine regelrechte Badekultur in den großen Badeanlagen, den Thermen (lat.: thermae). Thermalbäder dienen therapeutischen Zwecken und sind oft Kureinrichtungen angegliedert. Zu einem Thermalbad können Schwimmbecken mit verschiedenen Temperaturstufen, Solebäder, Saunalandschaften mit mehreren Saunen und Dampfbädern und Massageangeboten gehören. Der grösste Thermalkurort der Welt ist die ungarische Hauptstadt Budapest mit über 120 verschiedenen Quellen und mehr als 21 öffentlichen, teils bis zu 450 Jahre alten Bädern (siehe auch: Budapester Thermalbäder). Eines der bekanntesten Thermalbäder in Ungarn ist Hajdúszoboszló. Auch in Japan haben diese Bäder eine lange Tradition (Onsen). Trinkanwendung Auch für Trinkanwendungen (als Heilwasser) werden manche Thermalwässer verwendet. Thermalquellen werden deshalb auch als Heilquellen bezeichnet, die Bäder als Heilbäder. SPA (Sanus per Aquam) "Gesundheit durch Wasser". Der Begriff SPA umschreibt die anlagen und Anwendungen im Bereich Wohlbefinden.

Definitionen gemäss Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV)

Bad: Badanlage, einschliesslich Thermalbad, Mineralbad, Dampfbad und Badanlage mit biologischer Wasseraufbereitung.

Thermalbad: Bad mit Wasser aus einem Grundwasservorkommen, dessen Temperatur bei Austritt über 20 °C liegt und das aus einer Quelle oder einer Tiefbohrung stammt.

Mineralbad: Bad mit Einrichtungen, die Wasser aus einem natürlicherweise stark mineralisierten Grundwasservorkommen nutzen, das aus einer Quelle oder einer Tiefbohrung stammt.

Dampfbad: Warmluftraum mit hoher Luftfeuchtigkeit, dessen Temperatur im Allgemeinen zwischen 40°C und 50°C liegt.

Badanlage: Bad mit künstlichem Becken, dessen Wasser gefiltert, desinfiziert, erneuert und rezykliert wird, sowie sämtliche Wasseraufbereitungsanlagen, die für den Betrieb erforderlich sind.

Badanlage mit biologischer Wasseraufbereitung: Bad mit natürlichem oder künstlichem Becken, dessen Wasser durch die vorhandene Mikroflora, rezykliert und erneuert, nicht aber desinfiziert wird, sowie sämtliche Wasseraufbereitungsanlagen, die für den Betrieb erforderlich sind.

Öffentlich zugängliche Anlage oder öffentlich zugängliches Bad: Anlage oder Bad, die oder das für die Allgemeinheit oder einer berechtigten Personenkreis geöffnet und nicht zur Nutzung in einem familiären Rahmen bestimmt ist.

Wasseraufbereitungsanlage: Anlage zur Aufbereitung von Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern, einschliesslich der dazu benötigten Räume, Apparaturen, Verfahren und Substanzen, chemischen Zubereitungen und Biozidprodukte zur Sicherstellung einer zweckmässigen und anforderungsgerechten Wasserqualität. Bei Wasserbecken mit biologischer Aufbereitung des Badewassers gelten auch die verwendeten Organismen als Teil der Aufbereitung. 

Medizinische Bäder

Die wichtigsten medizinischen Bäder sind:
Bewegungsbad: Beim Bewegungsbad wird der Auftrieb des Wassers genutzt, um die Muskeln zu trainieren und den Kreislauf anzuregen. Das Wasser ist dabei lauwarm bis warm.

Moorbad: Moorbäder sind Voll- oder Teilbäder mit Badetorf.

Kohlensäurebad: Bäder in Kohlendioxid-haltigem Wasser fördern die Durchblutung und regen den Kreislauf an.

Sauerstoffbad: Sauerstoff wird dem Wasser während des Bades direkt zugeführt; es handelt sich um ein warmes Sprudelbad, das die Durchblutung anregt.

Solebad: Das Solebad enthält bis zu sechs Prozent Salze.

Schwefelbad: Bad in einem Schwefelwasserstoff-haltigen Wasser, es soll die Durchblutung fördern und antibakteriell wirken.

Jodbad: Bad in einem Jodid-haltigem Wasser, Jodide werden durch die Haut resorbiert.

Inhalationsbad: Beim Inhalationsbad werden dem etwa 37 Grad Celsius warmen Wasser ätherische Öle zugesetzt. Wird bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

Was ist eigentlich Wellness ?

Per Definition durch den amerikanischen Arzt Kenneth H. Cooper („The Father of Aerobics“), den Sozialmediziner Halbert Dunn u. a. in den 1950er, 60er und 70er Jahren, leitet sich der Begriff Wellness von den Begriffen Well-being und Fitness bzw. Well-being und Happiness ab, d. h. das Lebensstilkonzept Wellness zielt auf Wohlbefinden, Spass und eine gute körperliche Verfassung ab. Heute versteht man unter Wellness vor allem Methoden und Anwendungen, die das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden steigern. Fremdenverkehrseinrichtungen, Hotels, Schwimmbäder und Kureinrichtungen bieten unter der Bezeichnung „Wellness“ Massagen, Bäder, aber auch Tages- und Wochenprogramme an. Wellness ist ein beliebtes Werbewort und eine mittlerweile inflationär gebrauchte Bezeichnung, da sie rechtlich nicht geschützt ist. So werden z. B. Mineralwasser, indischer Lassi, Socken, Tees, Müsli, Konfitüre und so genannte Nahrungsergänzungsmittel wie Noni als Wellness-Artikel im Sinne von Wohlfühlartikeln verkauft. Letzteres ist Beispiel für die Verwendung der Bezeichnung für Produkte, bei denen eine gesundheitliche Wirkung beworben wird. Auch Produkte wie Erdstrahlen- Entstörgeräte, Magnetmatratzen oder esoterische Wasserbehandlungen werden bisweilen unter der Bezeichnung Wellness angeboten. 1959 hatte der amerikanische Sozialmediziner Halbert L. Dunn das Wort Wellness neu aufgegriffen. In den 1970er Jahren – als die Kosten im US-amerikanischen Gesundheitswesen explodierten – entwickelten die Wellness-Pioniere Donald B. Ardell und John Travis im Auftrag der US-amerikanischen Regierung neue ganzheitliche Gesundheitsmodelle, die auf Prävention und Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit aufbauten. Nach dem Verständnis Ardells beschreibt Wellness einen Zustand von Wohlbefinden und Zufriedenheit und besteht aus den Faktoren Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperliche Fitness, Stressmanagement und Umweltsensibilität. Zentral für den Wohlfühl-Trend ist neben dem Aspekt des Genusses auch die Gesundheit. Diese begriffliche Präzisierung im Begriff Wellness zeigt an, dass für den Wellness- Diskurs die Maxime „gesund genussvoll leben“ gelten kann.

Bäder Geschichte

Nutzung und Schutz von Tiefengrundwasser im Spannungsfeld von Chancen, Risiken, Konflikten und regulatorischen Anforderungen PDF aus "Swiss Bull. angew. Geol." Vol. 21/1, 2016 von Hans Burger

Übersicht über die Thermal- & Mineralwässer im Kanton Aargau PDF aus "Swiss Bull. angew. Geol." Vol. 14/1+2, 2009 von Hans Burger
Geschichte des Bädertourismus im Unterengadin

Der Jungbrunnen

 Der Traum vom Bad im Jungbrunnen (Gemälde von Lucas Cranach d. J., 16. Jahrhundert). Quelle: Wikipedia, Gemeinfrei

Technische Details zu den Bädern

Thermalwasser und Geothermie

Sicherheitsempfehlungen für Planung, Bau und Betrieb

Quelle Kannewischer

Aquabasilea

Bernaqua

Sole uno

Baujournal

Bad Schinznach

Tamina Terme


Bäder Statistik

CH-Statistik
Eurostat