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Baden ist eine Einwohnergemeinde und der Hauptort des Bezirks Baden des Kantons Aargau in der Schweiz. Mit 17'000 Einwohnern ist die Stadt nach Wettingen, aber vor der Kantonshauptstadt Aarau, die zweitgrösste Gemeinde des Kantons. Die Stadt ist seit der Römerzeit für ihre Thermalquellen bekannt und war während der Zeit der Alten Eidgenossenschaft Tagsatzungsort.
Die Altstadt von Baden liegt an der von der Limmat durchflossenen Klus zwischen der Lägern und dem Schlossberg, die an der engsten Stelle gerade einmal 200 Meter breit ist. Die Bebauung von Baden ist durch zahlreiche steile Hügel stark zergliedert und hat eine strahlenförmige Struktur. Nördlich der Altstadt weitet sich die Klus aus; hier liegt das moderne Zentrum mit dem Bahnhof, den Kurbädern und einem ehemaligen Industriegebiet. Hier biegt die Limmat in einer fast rechtwinkligen Kurve ab und fliesst nach Westen.
Die Römer errichteten eine Ansiedlung (vicus) namens Aquae Helveticae und nutzten die 47 °C warmen Thermalquellen. Die Gründung erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau des Legionslagers Vindonissa. Im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. wurde Aquae Helveticae durch die 21. Legion (Legio XXI Rapax) unter Aulus Caecina Alienus geplündert.[1]
Obwohl das Legionslager Vindonissa im Jahr 101 zu einer rein zivilen Siedlung wurde, verlor Aquae Helveticae nur wenig an Popularität. Zwischen 259 und 270 erfolgten mehrere Überfälle der Alemannen. Im 4. Jahrhundert wurde noch eine Befestigungsanlage errichtet, doch dies konnte den Bedeutungsverlust des Ortes in den nächsten Jahrhunderten nicht aufhalten.
Im 10. Jahrhundert wurde die Festung Stein errichtet; die während des Investiturstreits in den Besitz der Grafen von Lenzburg gelangte. Durch Erbschaft ging der Stein 1173 an die Kyburger und 1264 an die Habsburger. Der Stein wurde zu einer der bedeutendsten Burgen der heutigen Nordschweiz, denn hier befanden sich der Verwaltungssitz und das Archiv von Vorderösterreich. 1297 erhielt Baden das Stadtrecht.
Sehenswürdigkeiten
Ruine der Festung Stein mit Sankt-Nikolaus-Kapelle
Landvogteischloss mit Historischem Museum, modernem Erweiterungsbau und Holzbrücke
Zahlreiche alte Altstadthäuser
Bruggerturm, mächtiger Torturm, welcher Gustav Gull als Vorbild für den Turm des schweizerischen Landesmuseums in Zürich diente
Spätgotische römisch-katholische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt (barockisierter Innenraum) mit Sebastianskapelle (ehemaliges Ossiarium)
Barocke reformierte Kirche
Spätbarocke Wallfahrtskapelle Maria Wil
Bäderquartier mit Spuren der römischen Thermen und sehenswerten Hotelbauten aus dem 19. Jahrhundert
Industriekulturpfad Limmat-Wasserschloss
Kulturweg Baden - Wettingen - Neuenhof
Villa Boveri mit Gartenanlage, 1897 von Karl Moser im Auftrag von Walter Boveri erbaut. In der Villa werden Konzerte aufgeführt.
Aussichtsplattform auf dem Wasserturm auf der Baldegg (Endhaltestelle Buslinie 5). Bei klarem Wetter bietet sich eine einmalige Aussicht auf die Alpen, den Jura und den Schwarzwald.
Im Wald oberhalb des ehemaligen Bahnhofs Baden Oberstadt liegt das Naturreservat Teufelskeller mit seinen imposanten Nagelfluhfelsen.
Tourismus
Die 19 Thermalquellen mit einer Temperatur von 47° C (mit Schwefelwasserstoff angereichertes Wasser) machten Baden zu einem bekannten Kurort. Bereits die Römer hatten die Thermalquellen benützt und seit dem Spätmittelalter war Baden ein überregional beliebter Kurort. Nach der Reformation waren die Badenfahrten insbesondere im reformierten Zürich sehr beliebt, da im katholischen Baden einiges gestattet war, was die zwinglianischen Sittengesetze in Zürich untersagten - das ging bis zu den Spanisch Brötli mit reichlich Butter, die sich die Zürcher von Baden kommen lassen mussten. Das Recht auf eine jährliche Badenfahrt wurde im 17. und 18. Jahrhundert sogar in Zürcher Eheverträgen festgehalten.
Allerdings ging der Kurbetrieb zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark zurück. Im Gegensatz zu den drei anderen Kurorten im Aargau (Rheinfelden, Bad Zurzach und Schinznach-Bad) haben die Bäder von Baden ein etwas altmodisches Image. Im ehemaligen Kursaal wurde ein Spielcasino eingerichtet, das Grand Casino Baden. Beliebt ist Baden in neuester Zeit als Kongresszentrum. Die Stadt liegt in einer schönen Wandergegend am Jurahöhenweg.
Die Badenfahrt ist ein mehrtägiges Fest in der Stadt, welches alle zehn Jahre stattfindet. Restaurants, Bars und andere Attraktionen werden grösstenteils von lokalen Vereinen organisiert und betrieben. Höhepunkt des Festes ist der Festumzug, an dem sich alle Vereine präsentieren, die an der Badenfahrt aktiv sind. Zwischen zwei «grossen» Badenfahrten findet manchmal eine kleinere Ausgabe statt. An der grossen Badenfahrt vom 17.-26. August 2007 waren über eine Million Leute nach Baden gereist. Die Badenfahrt zählt zu den grössten Volksfesten der Schweiz.
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