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Geographie
Der Kanton Aargau ist ein Kanton im Norden der Schweiz. Der Kanton Aargau wird im Volksmund auch als das "Rüebliland" bezeichnet.
Der Aargau liegt im Norden der Schweiz, im Mittelland und in den östlichen Ausläufern des Juras. Seinen Namen hat der Kanton vom Fluss Aare. Er grenzt im Norden an den Rhein und somit an Baden-Württemberg (Deutschland), im Osten an den Kanton Zürich, im Süden an die Kantone Luzern und Zug, und im Westen an die Kantone Bern, Solothurn und Baselland. Der höchste Punkt des Kantons liegt auf dem Geissflue-Grat auf 908 m.ü.M.
Der Aargau weist eine starke naturräumliche Gliederung auf. Der nördliche Kantonsteil wurde durch die Gebirgsbildung des Juras geprägt, der im Mittelland gelegene südliche Teil durch die Gletscherbewegungen der Eiszeiten geformt.
Tourismus
Der Aargau hat sicherlich nicht das Image eines Tourismuskantons. Trotzdem gibt es auch im Kanton der Autobahnen (der Kanton Zürich hat allerdings mehr Autobahnkilometer) und Kernkraftwerke Orte zum Erholen. Sehenswert sind die zahlreichen Burgen und Schlösser wie z.B. das Schloss Lenzburg, Schloss Hallwyl oder die Habsburg. Ein weiterer Anziehungspunkt ist das Kloster Muri. Ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge ist der Hallwilersee. Generell besteht im ganzen Kanton ein grosses Angebot an Wanderwegen. Auch die regionalen Flugplätze locken bei schönem Wetter Ausflügler an, so etwa der Sportflugplatz im Birrfeld (in der Nähe von Brugg) oder in Buttwil (bei Muri).
Im Aargau gibt es auch zahlreiche Fahrradwege. Unter anderen führen die nationalen Radrouten 2, 3, 5 und 8 von Veloland Schweiz durch den Aargau. Des Weiteren ist der Aargauer Jura bei Mountainbikern als Naherholungsgebiet beliebt.
Zum Entspannen laden die Bäder in Bad Zurzach, Rheinfelden, Baden und Schinznach-Bad ein.
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Kantons Aargau wurde bereits im 5. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt. Im 6. Jahrhundert gehörte es zum Frankenreich, der Name Aargau wurde 763 zum ersten Mal erwähnt. Im 14. Jahrhundert fiel der Ober-Aargau an Bern.
Der Unter-Aargau, das Gebiet des heutigen Kantons Aargau, gehörte im Mittelalter nacheinander den Grafen von Lenzburg, den Grafen von Kyburg und den Herzögen von Habsburg. Er wurde 1415 von den Eidgenossen erobert; politischer Hintergrund waren die Spannungen zwischen dem Kaiser Sigismund und dem Herzog Friedrich IV von Oesterreich, welche zum Bann des letztern führten und auf Grund dessen ersterer die umgebenden Mächte aufforderte, des Herzogs Ländereien, zu denen auch der Aargau gehörte, zu besetzen. Der im Westen gelegene Unteraargau wurde alleiniges Untertanengebiet von Bern (der so genannte Berner Aargau). Im Osten entstanden das von Zürich allein verwaltete Kelleramt sowie die Freien Ämter und die Grafschaft Baden, welche gemeine Herrschaften (gemeinsam verwaltete Gebiete) der Eidgenossenschaft waren.
1798 wurde der Aargau von den Franzosen erobert; Aarau war sogar während eines halben Jahres die Hauptstadt der Helvetischen Republik (und damit erste Hauptstadt der Schweiz). Es entstanden drei Kantone:
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Kanton Aargau
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Kanton Baden
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Kanton Fricktal
Der heutige Kanton wurde 1803 durch die Mediationsakte von Napoléon Bonaparte aus den drei Kantonen Aargau, Baden und Fricktal gebildet. Teile des zürcherischen Untertanengebiets im Limmattal blieben hingegen bei Zürich, das Amt Hitzkirch bei Luzern. Dafür wurden das bernische Amt Aarburg und das luzernische Amt Merenschwand dem neuen Kanton angefügt. Diese verschiedenen Gebiete unterscheiden sich auch heute noch in Wirtschaftsstruktur, Konfession und politischer Ausrichtung stark.
Mit der Restauration 1815 blieb der junge Kanton erhalten, erhielt aber unter dem dominierenden Einfluss von Amtsbürgermeister (Regierungsratspräsident) Johann Herzog zunehmend aristokratische Züge. Der „Freiämtersturm“, ein Zug der katholischen Opposition in die Hauptstadt Aarau, beendete im Dezember 1830 diese Phase und ermöglichte die Schaffung einer Verfassung mit erweiterten Volksrechten. Nach 1831 gehörte der Kanton Aargau zu den liberalen Kantonen; viele demokratische Flüchtlinge aus Deutschland fanden hier Aufnahme. Der Aargauer Klosterstreit 1841/43, als der Kanton zuerst alle Klöster aufhob, dann aber die Frauenklöster (z.B. Kloster Fahr) wieder zuliess, war eine der Ursachen für den Sonderbundskrieg von 1847, der in die Errichtung des modernen schweizerischen Bundesstaates mündete.
Sprachen
Die deutschen Dialekte des Kantons Aargau gehören dem Hochalemannischen an. Im weiteren hat der Kanton jedoch keine homogene Mundart: Aufgrund seiner Lage gehören sie teilweise zum West- , innerhalb dessen teils zum Nordwest- und teilweise zum Ostschweizerdeutschen; im südlichen Teil machen sich auch innerschweizerische Züge bemerkbar.
Im Surbtal, wo in Endingen und Lengnau jahrhundertelang eine bedeutende jüdische Bevölkerung lebte (im 19. und 20. Jahrhundert grösstenteils nach Zürich ausgewandert), wurde bis ins 20. Jahrhundert ein westjiddischer Dialekt gesprochen.
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